Das Inter­net ist nicht mehr das Internet

Schon auf­ge­fal­len? Ver­gleicht doch mal die Zeit vor 15 Jahren.
Abge­se­hen von der monat­li­chen Anschluss­ge­bühr war das Inter­net gra­tis und jeder konn­te sich aus­to­ben. Ein biss­chen die ame­ri­ka­ni­sche Men­ta­li­tät: Die gro­ße Frei­heit. Und heu­te? Auf allen Ecken und Enden kosten­pflich­ti­ge Inhal­te, und wehe jemand schreibt etwas Nega­ti­ves über jeman­den, dann wird gleich wegen Hass­po­stings geklagt – und die Chan­ce ist hoch, erfolg­reich zu sein.
Davon abge­se­hen jam­mern jetzt alle. Zum Bei­spiel Zeitungen.
Anfangs dach­ten sich die Zei­tungs­her­aus­ge­ber, es wäre „hip“ doch im Inter­net ein­zel­ne Arti­kel anzu­bie­ten – selbst­ver­ständ­lich gra­tis, schließ­lich war damals noch nie­mand bereit Geld für eine Web­site zu zah­len. Gut, viel­leicht aus­ge­nom­men der Hori­zon­tal­ge­wer­be. Das wur­de dann noch etwas mit Wer­bung aus­ge­füllt und fer­tig war der Mix. Dann wur­den die Sei­ten immer mehr aus­ge­baut bis die gan­ze Zei­tung im Inter­net war, teil­wei­se sogar Online-Only Inhal­te. Dann wur­de immer mehr Wer­bung geschal­ten, weil sie drauf­ge­kom­men sind dass da eini­ges an Arbeit dar­in­steckt. Bis die Wer­bung unzu­mut­bar wur­de und User Adblocker ver­wen­den muss­ten. Par­al­lel dazu kamen die ersten Ver­su­che, Geld zu ver­lan­gen. Mitt­ler­wei­le wird gejam­mert, dass weni­ger Leu­te die rea­le Zei­tung lesen, son­dern das mehr oder weni­ger Gra­tis­an­ge­bot online nut­zen. Und dort kommt ja kein Geld rein, weil die bösen Adblocker einem alles weg­neh­men und die Leu­te nichts zah­len wol­len. Nein, sowas.
Alter­na­tiv gibt es noch die Lösung mit dem Bezah­len pro Arti­kel, vor­zugs­wei­se bei Maga­zi­nen. Dort bevor­zugt bei älte­ren, nicht mehr so rele­van­ten Din­gen. Manch­mal müss­te man all die­sen Leu­ten das Inter­net vor 15 Jah­ren zei­gen: Seht ihr, DAS ist das ursprüng­li­che Inter­net, viel­leicht ver­ste­hen sie es dann.

Geschrieben am Donnerstag, 30. März 2017 um 22:44. Kommentare deaktiviert für Das Inter­net ist nicht mehr das Internet
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Über ana­lo­ge Vor­tei­le und digi­ta­ler Flüchtigkeit

Da es heu­te wie­der auf­kam durch Gesprä­che über schlech­tem Fern­seh­emp­fang und des­sen Mani­fe­stie­rung im ana­lo­gen (Rau­schen) und digi­ta­lem Zeit­al­ter (Block­bil­dung und extrem unan­ge­neh­men Kräch­zen beim Ton): So man­ches ist ana­log doch angenehmer.
Und wenn ich in der Ubahn jeman­den mit Ebook neben mir sit­zen sehe freue ich mich über die Sicher­heit, mein Buch auch in 20 Jah­ren noch­mals lesen zu kön­nen da ich es besit­ze und ins Bücher­re­gal ein­ord­nen kann. Bei einem Ebook kann kei­ner garan­tie­ren dass es in zwan­zig Jah­ren noch vor­han­den ist. Oder gar 40. Der Rea­der funk­tio­niert dann nicht mehr, das For­mat hat sich geän­dert, und wenn es nur gemie­tet ist, kann kei­ner sagen ob die Fir­ma dahin­ter noch existiert.
Mie­ten bzw. monat­li­che Zah­lun­gen für Streams sind ja über­haupt das Schlimm­ste (ich bin jetzt im The­ma zu Musik bzw. Vide­os gewech­selt). Um ein Lied immer wie­der anhö­ren zu kön­nen muss ich jedes Monat zah­len, und es gehört mir immer noch nicht. Ja, sobald die Zah­lung ein­ge­stellt wird, die Fir­ma Plei­te geht oder durch irgend­ei­ne Rech­te­kol­li­si­on beschlos­sen wird, die­ses Lied/Video/Ebook nicht mehr anbie­ten zu kön­nen, ist es gar nicht mehr mög­lich dies zu kon­su­mie­ren. Viel­leicht hilft dann ein Anbie­ter­wech­sel oder man braucht ohne­hin meh­re­re Monats­ver­trä­ge da jeder Anbie­ter ande­re Inhal­te hat. Davon abge­se­hen dass der Inhalt jedes­mal neu gestreamt (und dadurch her­un­ter­ge­la­den) wird, was eigent­lich Band­brei­ten­ver­schwen­dung ist. Und dann wären da natür­lich noch Inter­net­ab­brü­che bzw. Aus­fäl­le, wodurch der Spaß sowie­so aus ist.
Das ist ja auch einer der Grün­de war­um Schall­plat­ten jetzt wie­der auf­le­ben: Sie hal­ten prin­zi­pi­ell ewig und kön­nen jeder­zeit abge­spielt wer­den (CDs zer­set­zen sich ja mit der Zeit selbst, Vinyl ist da weit langlebiger).
Da ich mit mei­nem Blog frü­her von einem Gra­tis­an­bie­ter zum näch­sten umge­zo­gen bin habe ich die Flüch­tig­keit auch erkannt und mei­ne ersten zehn Blog­jah­re auch in ana­lo­ger Form, als Buch ver­ewigt. Und ganz ehr­lich? Ich freue mich schon auf 2024, wenn ich Band 2 in der Hand hal­ten kann.

Geschrieben am Sonntag, 19. März 2017 um 16:14. Kommentare deaktiviert für Über ana­lo­ge Vor­tei­le und digi­ta­ler Flüchtigkeit
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Mor­gen­über­ra­schung

Dann war da noch die eine pein­li­che Geschichte…

Eines lau­hen Früh­ling­mor­gens erwar­te­te ich ein Paket an einem Tag als ich frei hat­te. Ich erwar­te­te es jedoch nicht schon kurz vor neun, wes­halb ich noch schlief. Schließ­lich hat­te ich frei, und da ste­he ich doch nicht frei­wil­lig früh auf wenn es nicht not­wen­dig ist.

Jetzt muss ich noch kurz erklä­ren dass ich in der alten Woh­nung leb­te; die Ein­gangs­tü­re war zwei­ge­teilt: Eine rich­ti­ge Ein­gangs­tür, dann Stie­gen einen Stock hin­ab und dann eine zwei­te, ein­fa­che Türe unten, deren obe­rer Teil aus Glas war, sodass man gleich sieht wer da ist. Oder gese­hen wird.

Zurück zur Geschich­te: Als es läu­te­te sprang ich aus dem Bett auf, schnapp­te den Schlüs­sel, und sprin­te­te los. Schließ­lich muss­te ich durch die gan­ze Woh­nung und die Stie­gen hin­un­ter – ein Weg der dem Post­bo­ten schnell mal zu lan­ge dau­ert und er gleich wie­der geht.
Nach zwei Schrit­ten fiel mir auf dass ich eine Mor­gen… äh.. wie war noch gleich der ita­lie­ni­sche Begriff für Milch? hat­te. Wür­de ein Bade­man­tel hel­fen? Nicht viel, außer­dem kostet das Zeit. Also ver­stecken. Geht nur nicht, der leich­te Gum­mi­bund des Pyja­mas ist nicht stark genug.
Also die obe­re Tür geöff­net – wer erin­nert sich noch an die ört­li­che Beschrei­bung? – genau, jetzt wird die Stie­gen hin­ab­stol­ziert mit der Glas­tür am Ende. Die Augen des Post­bo­ten wur­den kurz groß bevor sie in ein Lächeln über­gin­gen das erst frü­he­stens abriss als er das Haus ver­ließ, wenn überhaupt.
Bei der Über­nah­me dann noch ein wenig zur Sei­te gedreht hin­ter den hol­zi­gen Teil der Türe, doch wir bei­de wuss­ten: das bringt nichts. Also brav unter­schrie­ben und Paket in die Hand genommen.

Immer­hin hat er sich die Bemer­kung ver­knif­fen zu fra­gen wo er das Paket abstel­len soll…

Geschrieben am Montag, 6. März 2017 um 14:50. Kommentare deaktiviert für Mor­gen­über­ra­schung
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